Francke-Schüler sammeln Wissen über afrikanischen Alltag
(rst). Spannende Einblicke in das Leben ostafrikanischer Kinder erhielten Schüler der August-Hermann-Francke-Schule aus erster Hand. Wie leben Kinder in Afrika? Gibt es Hilfe, wenn jemand krank wird? Was ist Aids? Diese und viele andere Fragen konnten Dritt- und Viertklässler beim Unterrichtsbesuch von Annette Schumacher stellen und natürlich auch kindgemäß beantwortet bekommen, denn Schumacher ist seit 15 Jahren für die Allianz-Mission in Tansania tätig. Außer zwei regulären Schulstunden besuchte sie auch die Afrika-AG, in der Grundschüler sich wöchentlich mit diesem fernen Kontinent beschäftigen.
Dabei ist aber weniger theoretische Wissensvermittlung angesagt, sondern Kinder lernen das Fremdartige auf praktisch erfahrbare Weise kennen. So weckte Schumacher mit Bildern, Gegenständen und Erzählungen aus der Welt tansanischer Kinder die Neugier der Schüler für eine ganz andere Kultur. Kräuter wurden in einem Mörser gestampft - so lernt man etwas über die Herstellung natürlicher Medizin. Verkleidung ließ den Alltag der Altersgenossen in Afrika vorstellbar werden: zum Gewand aus Kangas, den typisch großgemusterten Tüchern, kam noch eine auf den Rücken gebundene Puppe als simuliertes Baby sowie der Kopfschmuck, mit dessen Hilfe afrikanische Mädchen Lasten auf dem Kopf balancieren können. Wie tansanische Jungen in ihre zukünftige Rolle hineinwachsen, konnte ein Grundschüler erahnen, der eine Waffe gegen vorbeischleichende Löwen bekam und als Krieger der Massai ausgestattet wurde mit ausreichend Stoff am Leib und aus Autoreifen geschnitzten Sandalen.
An diesem ungewöhnlichen Unterricht hatten die Grundschüler viel Freude, und in der Arbeitsgemeinschaft haben besonders Interessierte die Möglichkeit, sich auch weiter mit Afrika zu beschäftigen.